Liebe Erstsemester_innen, liebe Langzeitstudis,
traditionellerweiße – und das soll in diesem Fall nur Gutes heißen – begrüßen wir euch alle mit einer üppigen Portion Veranstaltungen in Hannover. Denn dort wo Sommer und falsche Freiheit uns im Spektakel bannten, tritt die Totalität nun wieder nüchtern an: Wintersemester, Deutschland, Langeweile…
UNBEKANNT VERZOGEN sind wir nun mal hier gelandet, lasst uns das Beste draus machen. Zusammen mit verschiedenen nicht-parteigebundenen linken Gruppen ist diese Veranstaltungsreihe entstanden und egal ob ihr diskutieren, tanzen, demonstrieren oder lauschen möchtet – wir hoffen, dass für Alle was dabei ist!
Viel Spaß wünscht euch euer AStA

Genua 2001 – Die öffentliche Darstellung der Ereignisse kritisch hinterfragen

Donnerstag, 15.Oktober, 19:00 Uhr, Pavillon

Referent: Giuliano Giuliani

Während der Proteste gegen den G8-Gipfel wurden Folter- und Gewalthandlungen seitens der Polizei gegenüber Aktivist*innen verübt. Den traurigen Höhepunkt dieser Welle der Gewalt bildete der Tod Carlo Giulianis. Sein Vater versucht seitdem diese Ereignisse kritisch zu beleuchten. In seinem Vortrag wird er auf deren verfälschte Darstellung in den Medien eingehen und über die Prozesse gegen die Polizei berichten, bei welchen es keine einzige Verurteilung gab. Außerdem informiert er über die bis dahin unbekannte Praxis der Polizei, sogenannte „agents provocateurs“ in Proteste einzuschleusen.

Die Beobachtung und Analyse von sozialen Bewegungen und Protesten finden ihren Platz im wissenschaftlichen Diskurs. Ein kaum beachteter Aspekt dabei ist jedoch die Repression seitens staatlicher Organe. Gerade hier kann autonom organisierte politische Bildung ansetzen und wichtige Aufklärungsarbeit leisten.

Auch in Hannover wurden kürzlich neue Vorfälle von Polizeigewalt bekannt. Die Wahrnehmung von Polizeigewalt in der Öffentlichkeit ist jedoch sehr gering. Werden brutale Angriffe öffentlich gemacht, werden sie zumeist als Ausnahmen bezeichnet – als Versäumnisse oder Versagen einzelner Polizeibeamt*innen. Diese Legende der bedauerlichen Einzelfälle individualisiert Polizeigewalt. Die Veranstaltung dient der politischen Bildung und führt unter anderem an eine kritische Auseinandersetzung mit der Polizei als Institution heran.

Organisiert von: Antifaschistische Gruppe Hannover [AGH] & Sachbearbeiter*in für Antirassismus des AStA der Uni Hannover

Campusrundgang zu Rüstungs- und Sicherheitsforschung

Freitag, 16.Oktober, 18:00 Uhr, am Pferd vor dem Hauptgebäude

An der Uni wird gelernt, gelehrt und geforscht. Aber wer setzt Themen, stellt Forschungsfragen und wer finanziert das ganze? Was sind eigentlich Drittmittel und welchen Einfluss haben sie?
Warum bekommt die Uni Hannover Geld aus einem Forschungstopf der EU und aus Bundesministerien zum Thema „zivile Sicherheit“? Was passiert damit und was ist überhaupt „zivile Sicherheit“? Hat das auch was mit Migrationsabwehr zu tun?
Was hat es zu bedeuten, dass die Uni Hannover in den Jahren 2010 bis 2014 mit 5,8 Millionen Euro die höchste Summe für Forschung aus dem Verteidigungsministerium erhalten hat? Werden hier Gewehre entwickelt, oder geht Rüstungsforschung heute ganz anders?
Warum hält das niedersächsisch Kultusministerium in einer Veröffentlichung, die der Transparenz dienen soll, 26 von 35 Projekten im Bereich „Sicherheitstechnische und militärische Forschungsprojekte “ an der LUH geheim? Mehr als an allen anderen Hochschulen in Niederdachsen zusammen.
Und wo sind die Institute, die von solchen Geldern profitieren? Was hat Photogrammetrie mit Drohnenforschung zu tun und was machen JuristInnen und SoziologInnen im Bereich Rüstungs- und Sicherheitsforschung?
Wie kann es möglich werden eine Debatte um kriegerische und repressive Forschungsprojekte an der Uni Hannover zu starten um solche schmutzigen Geschäfte zukünftig zu verhindern?

Auf diese und weitere Fragen wollen wir auf einem zwei- bis dreistündigen Campusrundgang erste Antworten geben und mit euch darüber ins Gespräch kommen.

Organisiert von: Sachbearbeiter*in für Zivilklausel des AStA der Uni Hannover

Sich politisch einbringen und organisieren – aber wie?

Workshop zu Hürden und Chancen des Engagements von Frauen* (in Politgruppen)

Dienstag. 20.Oktober, 17:00-20:00Uhr, Stadtteilleben (Fröbelstraße 5)

In diesem Workshop wollen wir euch dafür begeistern euch politisch zu engagieren. In Hannover gibt es eine Menge Gruppen, die vielfältige und spannende Themen bearbeiten.
Ob ihr euch für Feminismus, Antikapitalismus, Rassismus, Arbeitskämpfe, Ökologie, Ökonomie, selbstbestimmtes Lernen, Fluchtursachen und und und interessiert – es gibt vorr. schon Menschen, die dazu arbeiten :-)

Doch oft gibt es vor allem bei Frauen* gute Gründe, dies nicht zu tun. Einige davon sind die Überlastung durch andere Verpflichtungen, Unwissenheit darüber welche Möglichkeiten es gibt, Dominanz von Männern in politischen Kontexten, eigene Unsicherheiten etc…
Wir möchten mit euch darauf schauen, was euch zum Engagement motiviert und was euch hemmt und in einen gemeinsamen Austausch kommen.

Inhalte des Workshops:
- Diskussion der Vor- und Nachteile von Organisierung
- Herausarbeiten eigener Bedürfnisse, Hürden und Motivationen
- Vorstellung linker, linksradikaler, feministischer
- Organisationsformen/Engagementmöglichkeiten in Hannover

Zielgruppe:
FrauenLesbenTransInter-Personen
Anmeldung wäre toll:
fast-forward@riseup.net (bis 14.10.2015)

Organisiert von:
Autonomes Feministisches Kollektiv & Fast Forward Hannover

Nachttanzdemo – WOHNRAUM FÜR ALLE

Mittwoch, 21.Oktober, 20:00 Uhr, AStA Uni Hannover (Welfengarten 2c)

WOHNRAUM FÜR ALLE- das bedeutet Wohnraum für Familien, Alleinstehende, junge und alte Menschen unabhängig von Herkunft und Einkommen.
WOHNRAUM FÜR ALLE- bedeutet also auch Wohnraum für Geringverdienende, Studierende, Geflüchtete oder Sozialleistungsempfänger_innen.
Wohnraum ist ein existentielles Gut, auf das alle Menschen angewiesen sind. Jede_r sollte es sich leisten können. Das ist nicht der Fall. In Zeiten von steigenden Mieten, Wohnraumknappheit und wachsenden Großstädten nimmt die Konkurrenz unter den Wohnungssuchenden stetig zu. Oftmals entscheidet letztendlich das für Miete verfügbare Einkommen über den Erfolg der Wohnungssuche.
Die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Hannover verschlechtert sich seit Jahren. Vor allem für Menschen mit geringem Einkommen wird die Situation immer beschissener. Die Mieten steigen im gesamten Stadtgebiet, die Anzahl der Sozialwohnungen ist in den letzten Jahren immer weiter gesunken. Einige Stadtviertel erleben den Prozess der Gentrifizierung, der nicht nur zu teuren Mieten, sondern auch zu einem insgesamt höheren Preisniveau in den Stadtteilen führt.
Mietwohnraum wird in Eigentum umgewandelt, mehrere kleine Wohnungen auf einer Etage zu einer großen zusammengelegt. Der Bestand an Mietwohnungen schrumpft zusammen.
Die Folge dessen ist soziale Verdrängung. Wer sich die hohen Mieten nicht leisten kann muss weg. Weg vom sozialen Umfeld und raus aus der vertrauten Umgebung.
Wir wollen auf die Straße gehen um festzuhalten: Wohnraum darf keine Ware sein!
Wohnraum darf keiner Verwertungslogik unterliegen, Stadtentwicklung darf sich nicht an den Wünschen wirtschaftlich erfolgreicher Bevölkerungsschichten orientieren. Die Stadt gehört allen!

AStA Er*Sie*Party

Mittwoch, 21.Oktober, 23:00Uhr, Indiego Glocksee

Der AStA der Uni Hannover lädt ein und heißt alle Erstsemesterstudierenden auf der Tanzfläche herzlich willkommen!
Ab 23Uhr öffnet das Indiego Glocksee seine Pforten, natürlich auch für alle, die nicht (im ersten Semester) studieren.
Gegen Vorlage des Studiausweises, erlassen wir allen Erstsemesterstudierenden der Uni Hannover 1€uro vom Eintritt.
Zu Beginn wird es Freisekt (mit und ohne Alkohol) für alle Er*Sie*s geben, solange der Vorrat reicht. Den Sekt bekommt ihr gegen Vorlage des Gutscheins, den ihr in eurer Er*Sie*-Taschen findet.
Solange nachts die Bahnen nicht fahren, wird es ein Frauen*Nachttaxi geben.
Musikalisch erwarten euch:
Si.Kurd + Friends
(Klinish/Braunschweig)
Moriarty & Noir
(Gekonnt daneben/Hannover)
Karlinski & Milano
(z Gold/Hannover)

Wir freuen uns auf Euch und eure Tanzwut! Wir wollen gemeinsam entspannt feiern! Auf diskriminierendes Verhalten jeglicher Couleur haben wir keinen Bock!

Organisiert von: AStA Uni Hannover

Einführung in die Kapitalismuskritik

Donnerstag, 22.Oktober, 19:00 Uhr, Conti-Campus (1502. 14. OG)

Referentin: Nadja Rakowitz

Das Aufkommen von Kapitalismuskritik ist vermutlich so konjunkturell, wie der Kapitalismus selbst. So gab es etwa nach der Finanzkrise von 2008ff eine regelrechte Renaissance der Auseinandersetzung mit der herrschenden Wirtschaftsweise. Die Ansätze sind dabei aber genau so reichlich wie divers. Während z. B. so manche selbst ernannte „Krisenpropheten” eine regressive Kapitalismuskritik formulieren, die die Schuld der Krise in der Habgier einzelner und dem Zins verorten, schließen sich andere wieder in Lesekreisen zusammen, um sich einem Klassiker, dem Kapital von Karl Marx, zu widmen. Wieso die marxsche Kritik der politischen Ökonomie nach wie vor aktuell ist und wieso Kapitalismuskritik als ausschließliche Kritik am Zins in Sackgassen führt, wird Nadja Rakowitz in einem Vortrag mit anschließender Diskussion erläutern.
Nadja Rakowitz ist Soziologin, Mitglied der Marx-Gesellschaft und u. a. Autorin des Buches „Einfache Warenproduktion. Ideal und Ideologie“ (2000, ça ira Verlag)

Organisiert von: Fast Forward Hannover

Kleine Geschichte des Feminismus
Freitag, 23.Oktober, 20:00 Uhr, Pinte Poing (Hahnenstr. 12)

Referent_innen: Patu & Antje Schrupp

Philosophinnen, Rebellinnen, Aktivistinnen – in ihrem Comic „Kleine Geschichte des Feminismus im euro-amerikanischen Kontext“ erzählen Patu und Antje Schrupp von den wichtigsten Ereignissen und Diskussionen der Frauenbewegung von der Antike bis heute. Dabei wird deutlich, dass Feminismus nicht ein bestimmter, festgelegter politischer Inhalt ist, sondern dass sich Themen und Anliegen entsprechend der jeweiligen Zeit immer wieder verändern – und auch nicht immer alle Feministinnen einer Meinung sind.
Nach welchen Kriterien haben die Autorinnen ausgewählt, welche Aktivistinnen und welche Ereignisse im Comic vorkommen und welche nicht? Wie sind aus dürren Daten und trockenen Theorien Geschichten und Sprechblasen geworden? In welchem Verhältnis stehen und standen feministische Bewegungen zu „gemischten“ linken Bewegungen und zur politischen Theorie der Männer?
Patu und Antje Schrupp lesen Geschichten aus ihrem Comic, erzählen von dem Entstehungsprozess des Buches und laden ein zu einer Diskussion darüber, was sich aus der Geschichte des Feminismus für politischen Aktivismus heute lernen lässt.

Organisiert von: Autonomes Feministisches Kollektiv

Tablequiz: Vorwärts nach weit ?
Dienstag, 27.Oktober, 20:00 Uhr, Pinte Poing (Hahnenstr. 12)

Ihr wisst nicht worum es geht.
Egal ob ihr Er_Sie seit und neu in der Stadt oder schon länger hier wohnt. Das Tablequiz bietet gute Möglichkeiten euch eine Antwort zu liefern und Hannover, die Uni sowie linke Bewegungen vor Ort und deren Geschichte (noch besser) kennenzulernen.
Durch die verschiedenen Fragekomplexe begleiten euch die Quizmaster_innen der Interventionistischen Linken Hannover
Bildet Banden, Bezugsgruppen oder Spielteams – entweder im Vorfeld oder organisiert euch direkt vor Spielbeginn.
p.s. vorwärts nach weit ist die Umkehrung von re von nah usw.

Organisiert von: Interventionistische Linke Hannover

Kapital – Geld 2.0
Wie aus Geld mehr Geld und mehr als Geld wird
Mittwoch, 28.Oktober, 20:00 Uhr, UJZ Korn

Es ist in linken Kreisen eine Binsenweisheit, dass die gesamte Gesellschaft vom Gelingen des kapitalistischen Geschäfts abhängig ist, aber was das heißt, bleibt häufig unklar: Der Staat bezieht seine Mittel in Form von Steuern aus dem Geschäftserfolg der Unternehmen; Grund- und Immobilienbesitzer_innen brauchen Kapital und gezahlte Löhne für Pacht und Miete; Die Lohnabhängigen sind dem Geschäftserfolg der sie anwendenden Kapitale sowieso vollständig ausgeliefert. Klappt das Geschäft der Kapitalist_innen nicht, haben alle anderen auch ein Problem. Das private Geschäftsinteresse der Kapitalist_innen, ist damit gesellschaftlich allgemeines Interesse.
Daher trifft der Begriff „Kapitalismus“ voll ins Schwarze, wenn man das Wesentliche dieser Ökonomie bezeichnen will.
In dieser Veranstaltung soll es darum gehen sich den Kapitalbegriff einmal genauer anzusehen und zu untersuchen, wie sich diese Produktionsweise mit all ihren Widerlichkeiten jeden Tag aufs Neue durchsetzt.

Organisiert von: Kritik im Handgemenge

Nicht sehr heteronormatives Kaffeekränzchen
Donnerstag, 29.Oktober, 19:00 Uhr, Conti-Campus-Hochhaus 14.OG

SchLAu Hannover, das queere Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt, lädt ein zum ersten nicht sehr heteronormativen Kaffeekränzchen! Für gewöhnlich stellt sich unser ehrenamtliches Team den Fragen von Jugendlichen rund um lesbische, bi, schwule und trans* Lebensweisen. Heute sind wir nur für Euch da! Bei Kaffee, (veganem) Gebäck und Prosecco könnt Ihr uns alles über queeres Leben in Hannover fragen und wir werden nach bestem Wissen und Gewissen antworten.
Anschließend lassen wir den Abend bei der queer_bar im Andersr(a)um in der Nordstadt ausklingen.
Zur besseren Planung freuen wir uns über Anmeldungen unter info@schlau-hannover.de ein paar Tage vorher.

Organisiert von: SchLAu Hannover

Voll Klasse…! – Klassismus und soziale Herkunft als Diskriminierungsebene
Freitag, 30.Oktober, 15:00-18:00Uhr, Conti-Campus (1502.1209)
[Kinderbetreuung in Raum 1502.1214]

Referent: Andreas Kemper

Klassismus bezeichnet die strukturelle Unterdrückung und Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft oder der sozialen Position in der Gesellschaft. Im Workshop werden die verschiedenen Formen, die Klassismus annehmen kann, dargestellt.
Die Benachteiligung aufgrund der sozialen Herkunft („Arbeiterkinder“ im weiteren Sinne) wird bei jeder Bildungs-Studie aufs Neue bestätigt und soll in diesem Workshop einen besonderen Raum erhalten. Es wird in Kleingruppen erarbeitet, was Klassismus mit uns zu tun hat und wie sich Klassismus mit anderen Diskriminierungsformen überschneidet.
Mit dem Workshop sollen persönliche/ politische Handlungsoptionen erarbeitet werden.
Der Referent Andreas Kemper ist Soziologe und teamt seit fünf Jahren Antiklassismus-Workshops.
Für den Workshopzeitraum organisieren wir gerne eine Kinderbetreuung. Lasst uns bitte mindestens eine Woche vor dem Workshoptermin unter kontakt@rls-nds.de oder Tel: (0511) 2790934 wissen, ob ihr diese in Anspruch nehmen wollt.

Organisiert von: Rosa-Luxemburg-Stiftung NDS

Asyldiskurs und Fremdenhass – Neue und alte Rechte im Aufwind?
Montag, 02.November, 19:00 Uhr, Conti-Campus (1502.1214)

Referent: Bodo Steffen

Derzeit wagen so viele die lebensgefährliche Flucht nach Europa, wie nie zuvor. Dort, so die Hoffnung, erwartet sie ein Leben in Sicherheit und Wohlstand. An den Außengrenzen türmen sich die Leichenberge. Doch Europa will diese Menschen nicht! Militärisch abgeschottete Grenzen, Abschreckungspolitik, Verhandlungen mit Herkunfts- und Transitländern um die Flucht nach Europa alsbald unmöglich zu machen.
Wer es trotz allem nach Deutschland geschafft hat, ist also alles andere als willkommen! Das zeigt sich nicht nur in rassistischen Bürgerbewegungen und in rechtsterroristischen Anschlägen, sondern auch im Handeln der Politik und den öffentlichen Debatten. In Deutschland wächst die Zahl der Anschläge Tag zu Tag… Auf der anderen Seite sind aber auch viele Menschen bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren und die Hilfesuchenden zu unterstützen.

Der Vortrag gibt einen groben Überblick über aktuelle Entwicklungen und stellt die Frage nach Handlungsoptionen für eine anti-rassistische Praxis.

Organisiert von: LUH Contra

NSU und institutioneller Rassismus: Vier Jahre nach Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU). Eine Bestandsaufnahme anlässlich des Prozesses
Dienstag, 03.November, 19.30 Uhr, Schneiderberg 50 (V111)

Mit Referent_innen von der unabhängigen Beobachtungsstelle NSU-watch: Aufklären und Einmischen / Aydınlatma ve Müdahale
Vier Jahre ist es her, dass der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) sich selbst enttarnte. Die rechtsterroristische Gruppe war über ein Jahrzehnt aktiv und mordete jahrelang, ohne dass ihre Existenz der Öffentlichkeit bekannt war. Im Mai 2013 begann ein erster Prozess gegen die überlebenden mutmaßlichen Mitglieder und Unterstützer.

Im Vortrag wird eine Bestandsaufnahme gemacht und gezeigt, welches Bild des NSU-Netzwerks sich nach zwei Jahren Prozess vor dem OLG München zeichnet.

Organisiert von: Sachbearbeiter*in für Antirassismus des AStA der Uni Hannover & Antifaschistische Gruppe Hannoer [AGH]

Workshop »Selbstbestimmtes Lernen – Von der Schule zur Uni zur Schule zurück?«
Mittwoch, 04.November, 18:30 Uhr, Schloßwender Straße 1 (Raum 436, Gebaeude 1211)

In unserem Workshop wollen wir den Fragen nachgehen: Was ist das überhaupt, dieses selbstbestimmte Lernen? Warum scheint das grad so furchtbar in und was könnte daran vielleicht nicht so toll sein?
Zunächst wollen wir allgemein über pädagogische Verhältnisse, in denen wir uns beweg(t)en, sprechen. Dabei seid vor allem ihr gefragt: In welchen Kontexten habt ihr gelernt? Wer hat entschieden und waren die Entscheidungen transparent? In einem zweiten Schritt versuchen wir den Fragen nachzugehen, was selbstbestimmtes Lernen beinhaltet und voraussetzt. Dies gelingt unser Meinung nach, indem Bildung, ihre Funktion und Bedeutung analysiert werden. Im letzten Schritt wollen wir Handlungsstrategien auf Grundlage des Erarbeiteten entwickeln, um praktische Antworten auf die aufgeworfenen Fragen zu formulieren, z.B.: Gibt es (Un-)Möglichkeiten innerhalb dieser Gesellschaft selbstbestimmt zu lernen? Und wie sehen diese aus?

Organisiert von: InSeL Hannover

Einführung in die Theorien des Rassismus
Donnerstag, 05.November, tba, Pavillon

Referent: Bodo Steffen

Der Vortrag gibt einen ersten Einblick in verschiedene Theorien des Rassismus und ordnet diese in ihren historischen Kontext ein. Auf welcher Grundlage funktionieren rassistische Denkmuster, was verbirgt sich dahinter und was hat sich im Laufe der Jahrhunderte verändert? Das sind die zentralen Fragen, mit denen sich der Input auseinandersetzen wird.
Darüber hinaus sollen verschiedene rassismuskritische Ansätze vorgestellt und diskutiert werden. Welche Strategien und Handlungsweisen sind geeignet, um Rassismus zu begegnen? Unter welchen Voraussetzungen wird eine Gesellschaft denkbar, die frei von rassistischen Geisteshaltungen wäre?

Organisiert von: Antifaschistische Gruppe Hannover [AGH] & AStA Uni Hannover

Türkei vor dem Abgrund: Zwischen Staatsterror und Parlamentswahlen

Freitag, 06.November, 18.30 Uhr, Conti-Campus Hochhaus 14.OG
Referent: Dr. Nick Brauns

Der türkische Präsident Erdogan hat den Friedensprozess mit den Kurden beendet und das Land in einen neuen Krieg gegen die Arbeiterpartei Kurdistans PKK getrieben. Hunderte Menschen starben bereits bei Luftangriffen der Armee und Vergeltungsschlägen der PKK. Während Armee und Polizei mit offenem Staatsterror gegen selbstverwaltete kurdische Städte vorgehen, verwüsten Rollkommandos der Regierungspartei AKP und der faschistischen Grauen Wölfe im Westen des Landes hunderte Büros der legalen prokurdischen Demokratischen Partei der Völker HDP. Auch die Reaktionen regierungskritischer Zeitungen werden von Polizei und AKP-Schlägertrupps überfallen. Die Türkei steht am Rande eines Bürgerkrieges. Erdogan beschuldigt die HDP, für die Gewalt verantwortlich sein, da der Sprung der linken Partei über die in der Türkei geltende Zehn-Prozent-Hürde bei den Wahlen im Juni der AKP die absolute Mehrheit kostete. Neuwahlen am 1. November sollen das Ergebnis für die AKP korrigieren. Erdogans Ziel ist die Einführung eines auf ihn zugeschnittenen Präsidialsystems.
Der Journalist und Historiker Dr. Nick Brauns spricht über die Hintergründe der Krise in der Türkei, die Wahlen und die Perspektiven für einen neuen Friedensprozess.

Organisiert von: Verband der Studierenden aus Kurdistan [YXK]

Einführungsveranstaltung zur der Rojava-Ausstelung
Samstag, 07.November, 16:00 Uhr, Conti-Campus Hochhaus 14.OG

Rojava – ein Begriff, der nicht nur ein Territorium bezeichnet, sondern vielmehr zum Inbegriff und Symbol des Widerstandes geworden ist. Der Name Rojava – übersetzt heißt es Westen- bezeichnet die Regionen im Norden Syriens mit vorwiegend kurdischer Bevölkerung.
Im Machtvakuum des syrischen Bürgerkrieges ist es den KurdInnen 2012 gelungen, sich größtenteils von der Fremdherrschaft der regierenden Baath-Partei unter Präsident Assad zu befreien und Rojava aufzubauen.
Rojava besteht aus den drei Katonen Cizîrê, Kobanî und Afrîn. Die KurdInnen errichteten in diesen Gebieten zusammen mit den verschiedensten ethnischen und religiösen Bevölkerungsgruppen unter Kriegsbedingungen die Selbstverwaltung. Seitdem steht Rojava für ein einmaliges basisdemokratisches, geschlechterbefreites und ökologisches Projekt – dem Demokratischen Konföderalismus als ein nichtstaatliches gesellschaftliches Paradigma.
Insofern kann die Revolution in Rojava als Katalysator dienen, sich wieder mit gesellschaftlicher Selbstorganisation ohne die Allmacht des Staates zu befassen. Frauen spielen dabei eine zentrale Rolle.
Diese und andere wichtige Themen werden in der Ausstellung aufgegriffen. Gerne möchten wir Euch die Ausstellung präsentieren und mit euch über die Inhalte diskutieren. Das Modell des Demokratischen Konföderalismus bildet nicht nur eine Alternative für den Mittleren Osten, sondern bietet Anregungen für eine globale Debatte um einen neuen Sozialismus. Es sind Fragen, mit denen wir uns auch hier beschäftigen müssen.

Organisiert von: Verband der Studierenden aus Kurdistan [YXK]

Rassismus im deutschen Bildungssystem: ein Gespräch.
Montag, 09.November, 18:00 Uhr, Conti-Campus (1502.1214)

Rassismus ist in der deutschen Gesellschaft, sowohl vom Verhalten, als auch in der Sprache, tief verwurzelt und wird in vielen Teilen als völlig normal angesehen. So wundert es wenig, dass das deutsche Bildungssystem von Rassismus gepägt ist. Lehr- und Lernmaterialien sind häufig voll von rassistischen Stereotypen und Vorurteilen. Nicht-weiße Schüler*innen und Studierende sind Diskriminierungen ausgesetzt, die von weißen Mitschüler*innen, Kommiliton*innen und Lehrpersonen oftmalsgar nicht als solche anerkannt werden oder nicht nachvollzogen werden können/wollen. Diese Ausgrenzungsmechanismen werden von den Institutionen des Bildungswesens gerne bagatellisiert oder komplett ignoriert, anstatt die Betroffenen solidarisch zu unterstützen. Personen, die nicht in Deutschland geboren sind, wird der Zugang zum deutschen Bildungssystem oftmals stark erschwert oder sogar komplett verwehrt. Diese Institutionalisierung von Rassismus soll im Rahmen der Veranstaltung thematisiert werden.

Organisiert von: Antira Plenum Hannover

Stadtteilrundgang
Dienstag, 10.November, 17:30 Uhr, Lindener Marktplatz

Die Auseinandersetzung um Wohnraum und günstige Mieten wird in den uninahen Vierteln Hannovers nicht erst seit den Hausbesetzungen in den vergangenen Jahren geführt. Auch wenn diese die Debatte um Gentrifizierungsprozesse und die Verdrängung ärmerer Bevölkerungsschichten neu angestoßen haben, wollen wir bei einem Stadtteilrundgang am 10.11. durch Linden auch einen Blick auf die jüngere Geschichte der letzten 30 Jahren werfen.
Warum richteten Anfang der 80er Jahre Studierende in der Viktoriastraße ein Sanierungscafe ein und verhinderten durch Proteste den Abriss eines ganzen Straßenzuges? Welche Umstände führten zur Gründung der heute noch aktiven Wohnungsgenossenschaft „Selbsthilfe Linden“, die durch die Modernisierung angeblicher Abrisshäuser, mit viel Eigenleistung, preiswerten Wohnraum schaffte und erhält? Wie entstand das FAUST-Gelände, welche Ideen und Konzepte gab es und was ist davon heute noch geblieben? Diese und andere Fragen wollen wir an verschiedenen Punkten gemeinsam mit Aktiven und Zeitzeugen erörtern. Zwischen den einzelnen Stationen gehen wir auf aktuelle Entwicklungen am Wohnungsmarkt ein und zeigen konkrete Beispiele einer voranschreitenden Gentrifizierung in Linden.
Treffpunkt ist um 17.30 Uhr auf dem Lindener Marktplatz vor dem Rathaus, die Dauer des Rundgangs beträgt etwa 2,5 Stunden.

Organisiert von: Kampagne Ahoi

Studentische Vollversammlung
Mittwoch, 11.November, 15:00 Uhr, Audimax

Die studentische Vollversammlung (VV) ist das oberste empfehlende Organ und wird aus allen immatrikulierten Student*innen gebildet. In der Regel findet diese einmal jährlich zu Beginn des Wintersemesters statt. In der Vollversammlung der Leibniz Universität Hannover sind alle eingeschriebenen Student*innen stimmberechtigt und können Anträge einbringen.


Emanzipatorische Kritik oder antimuslimischer Rassismus
Donnerstag, 12.November, 18:30 Uhr, Conti-Campus (1502. 14. OG)

Referent: Floris Biskamp

Häufig wird jegliche kritische Haltung gegenüber dem Islam oder Islamismus per se als islamophob oder gar antimuslimischer Rassismus verklärt. Wir stellen uns daher die Frage, wo die Grenze zwischen emanzipatorischer Kritik am Islam und Ressentiments gegen den Islam und Muslim_innen verläuft. Floris Biskamp möchte in seinem Vortrag diese zwei Seiten näher beleuchten, zum einen die berechtigte Kritik an islamistischer Gewalt, religiös begründetem Antisemitismus und patriarchalischen Geschlechternormen. Auf der anderen Seite aber auch die von Vorurteilen und Rassismus behafteten Anfeindungen gegenüber Muslim_innen. Es ist der Versuch eine linke Kritik des Islamismus zu entwickeln ohne dabei den antimuslimischen Rassismus zu reproduzieren.

Organisiert von: Sachbearbeiter*in Haskala des AStA der Uni Hannover & Fast Forward Hannover

Film mit anschliesender Diskussion: Verdrängung hat viele Gesichter
Samstag, 14.November, 19:00 Uhr, Conti-Campus Hochhaus 14.OG

Berlin hat schon seit längerem mit der Gentrifizierung und ihren Opfern zu kämpfen. Immer mehr Menschen lehnen sich auf gegen Wuchermieten und versuchen mit allen Mitteln ihren »Kiez« zu verteidigen. Das Filmkollektiv Schwarzer Hahn vermittelt in seinem Dokumentarfilm »Verdrängung hat
viele Gesichter« einen Eindruck, was auf den Straßen der Hauptstadt vor sich geht.
Der Film zeigt nicht nur den Kampf gegen eigentumsorientiertes Bauen, sondern lässt auch die Argumente der Gegenseite in dem Konflikt zu Wort kommen. Entlang der Besitz- und Eigentumsverhältnisse dekliniert der Film die Frage nach Eigentum in seiner Wirkung, als Kampfansage gegen Besitzlose und Arme, politisch durch.
Nach dem Film wird es Möglichkeit zur Diskussion mit einem Mitglied des Filmkollektiv Schwarzer Hahn geben.

Organisiert von: Netzwerk Wohnraum für alle

Das Märchen vom ungerechten Lohn
Montag, 16.November, 20:00 Uhr, UJZ Korn

Arbeit im Kapitalismus heißt ständige Unsicherheit und Stress für alle diejenigen, die mit der Lohnarbeit ihr Aus- und Fortkommen bestreiten müssen. Findet man einen Ausbildungsplatz und danach auch einen Arbeitsplatz? Genügt man dort den steigenden Anforderungen; und das auch in Zukunft. Die Abhängigkeit vom Kapital erzeugt für die Lohnabhängigen stets Probleme, mit denen diese umgehen müssen. Ob und wofür der Lohn reicht, ständiges sich beschränken müssen, das sind die täglichen Fragen, mit denen man sich herumschlagen muss.
An die Lohnhöhe knüpfen sich seit eh und je falsche Vorstellungen: Dass man nach seiner Leistung belohnt werde; andererseits damit verknüpft die Vorstellung, dass gemessen an der Leistung Gruppen zu wenig oder zu viel verdienen würden – es also gerechte und ungerechte Löhne gäbe.
Warum es keinen gerechten Lohn gibt und warum diese Gesellschaft notwendig diese Misere hervorbringt, das soll in der Veranstaltung geklärt werden.

Organisiert von: Kritik im Handgemenge

Antifeminismus von Rechts
Donnerstag, 19.November, 19:00Uhr, Conti-Campus 1502.009

Referentin: Juliane Lang, M.A. Geschlechter- und Erziehungswissenschaft und Mitglied im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus, beschäftigt sich seit Jahren mit Geschlechterpolitiken in der extremen Rechten und beobachtet aktuelle Renaissancen im Antifeminismus einer breiten Zahl an Akteuren auch außerhalb der extremen Rechten.
Im selbsterklärten „Kampf gegen den Genderismus“ und mit populistischen Forderungen zur Besserstellung „deutscher Familien“ hat die extreme Rechte strömungsübergreifend Themen ausgemacht, von denen sie sich Anschluss an Diskurse im bürgerlichen Mainstream verspricht. Unter Schlagwörtern wie „Frühsexualisierung“ von Kindern, „Raubtierfeminismus“ und angeblichen „Beziehungen der Beliebigkeit“ machen antifeministische Akteure auch jenseits der extremen Rechten Stimmung gegen die Gleichstellungspolitiken, die „Ehe für alle“ und die Anerkennung vielfältiger Lebensformen. Auch wenn eine offene Zusammenarbeit bislang nur punktuell zu beobachten ist, zeugen gegenseitige Bezugnahmen und geteilte Argumentationslinien von Schnittmengen im organisierten Antifeminismus diesseits und jenseits der extremen Rechten.
Der Vortrag diskutiert Schnittmengen und Unterschiede in den Strategien des in sich heterogenen Milieus antifeministischer Akteure und fragt, inwieweit es der extremen Rechten gelingt, aktuell Einfluss in gesellschaftliche Debatten etwa um die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare zu gewinnen.

Organisiert von: Sachbearbeiter*in für Frauen-/ und Geschlechterpolitik des AStA der Uni Hannover